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Sonntag, 3. November 2013

Auf Nummer sicher

Finnen sind extrem effektiv. Erkennt man ein Problem, wird sofort ein System entwickelt, dass es aus der Welt schafft. Diese finnischen Systeme sind super, denn sie erleichtern das Leben sehr - meistens zumindest. So muss man hier zum Beispiel für Kundenbetreuung grundsätzlich eine Nummer ziehen. Die Nummernausgaben, die wir in Deutschland nur von Behördengängen kennen, werden hier beinahe flächendeckend eingesetzt. Man muss also nicht nur für einen Antrag auf dem Rathaus  eine Nummer ziehen, sondern beispielsweise auch, wenn man im Supermarkt an der Käsetheke einfach nur einen Gouda kaufen möchte. Vor allem in größeren Geschäften ist dieses System überaus sinnvoll und spart viel Zeit. Leider kostet es aber gerade während der Supermarkt-Rush-Hour kurz nach Büroschluss oder am Wochenende Nerven. Denn das Aufrufen der Nummer spielt sich teilweise in gefühlten Bruchteilen von Sekunden ab. Hält man nicht nach dem Aufruf augenblicklich seine Nummer hoch und kämpft sich zum gerade freigewordenen Verkäufer durch, hat der schon wieder die nächste Nummer aufgerufen und es bleibt einem nichts andere übrig, als sich ein neues Zettelchen zu holen.


Das kuriose an diesem Nummernsystem ist aber nicht die Tatsache, dass man minutenlang in Lauerstellung auf den nächsten freiwerdenden Mitarbeiter warten muss und darüber ganz vergisst, was man eigentlich kaufen wollte. Nein, das Kuriose ist, dass der Finne, hat er sich einmal an so ein System gewöhnt, davon nicht mehr ablassen kann. So wird an dem Nummersystem auch festgehalten, wenn man weit und breit der einzige Kunde ist.


Wahrscheinlich wird am Ende des Tages nachgeprüft, ob die Anzahl der Kasseneinträge auch genau mit den ausgegeben Nummern für diesen Tag übereinstimmt. Unregelmäßigkeiten werden wahrscheinlich sofort im Zentralregister der örtlichen Gemeinde festgehalten, damit jeder Bürger uneingeschränkte Einsicht in den Vorfall bekommt und sich beim nächsten Mal zur Not juristisch oder gar mit Gewalt dagegen wert, ohne Nummer bedient zu werden.