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Samstag, 27. Juli 2013

Wie man's spricht

Im Deutschen wird alles genauso gesprochen, wie es geschrieben wird, richtig? Dieses Gerücht hält sich hartnäckig und man zieht gern Sprachen wie das Französische heran, um diese These zu bestätigen. Auch ich war davon recht überzeugt.


Bis meine Freundin anfing, Deutsch zu lernen und mir von Zeit zu Zeit ein paar Fragen über die deutsche Sprache stellte. Ich nahm natürlich an, mit meinem Germanistikstudium sei ich für jede auch noch so komplizierte Frage gut gewappnet. Vor allem, wenn sie von einer Anfängerin kommen.

Wie naiv ich doch war. Denn wenn es eine Sprache gibt, in der man genauso spricht wie man schreibt, dann ist es ohne Zweifel das Finnische. Auch wenn die finnische Grammatik einen mit all seinen verrückten Regeln des Öfteren zur Weißglut bringen kann, die Aussprache ist konsequent. Schreibt man a, dann spricht man ein kurzes A, schreibt man aa, dann spricht man ein langes A. Wird ein h geschrieben, dann wird auch ein h gesprochen, egal ob es hinter einem Konsonanten oder einem Vokal steht.

Auf die Frage hin, warum im Deutschen Haar mit aa, fahren aber mit ah geschrieben wird, fiel mir dann doch erst einmal auch nichts ein. Sicherlich wird jetzt der Linguist sagen hat das ja alles seine Bewandtnis. Das mag schon so sein, konsequent ist es allerdings nicht. Und auch das Verschlucken von Endungen und Vokalen können die Finnen schwer nachvollziehen. Warum wird aus laufen auf einmal laufn und aus Wasser plötzliche Wassa?

Jedoch führt die Konsequenz der Finnen vor allem im Gebrauch von Fremdwörtern häufig auch zu lustigen Kreationen. Da auch Fremdwörter im Finnischen wie jedes andere Wort der Flexion unterliegen, macht man sich gar nicht erst die Mühe, die ursprüngliche Aussprache zu imitieren.

Wo der Deutsche sich bemüht bei Wörtern wie Croissant, Jalapeño und Peugeot so authentisch wie möglich zu bleiben, billigt der Finne jedem einzelnen Buchstaben das Recht auf hörbare Aussprache zu.
Tja, die Finnen sind uns eben bei der Gleichberechtigung, nicht nur von Mann und Frau, sondern eben auch von Buchstaben, einen Schritt voraus.

Dienstag, 23. Juli 2013

Königskind im Pappkarton?

Das königliche Baby ist da. Endlich! Alle Welt hat auf diesen Moment gewartet. Die Queen und das Königshaus sind sehr erfreut und das Kind ist wohlauf. Na, da freuen wir uns doch auch.

Der ein oder andere hat vielleicht auch mitbekommen, dass Kate und Wiliam vor der Geburt ihres Kindes ein Geschenk aus Finnland erhalten haben. Eine Babybox. Das tolle daran ist eigentlich gar nicht mal, dass das Prinzenpaar so eine Box bekommen hat. Viel besonderer ist, dass jede schwangere Mutter in Finnland auch so ein Päckchen bekommt - vom Staat. Und das schon seit 1938.

Und was in so einem Packet so alles drin ist. Strampler, Anzüge, Strumpfhosen, Windeln, Schlafsack, Matratze, Mütze, Handtücher und, und,und. Ein Survivalpaket für das erste Lebensjahr gewissermaßen. Das wäre vielleicht auch mal eine Anregung für Deutschland. Die Kindersterblichkeit ist nämlich seit Einführung des Pakets in Finnland stetig gesunken und mittlerweile die niedrigste weltweit.

Der absolute Clou bei dem ganzen: Selbst die Box selbst lässt sich verwenden. Und zwar als Bett. Und so schlafen die meisten finnischen Babys während den ersten Monaten in einem bunten Pappkarton.

Ob klein Wiliam (oder wie das Kind auch immer bald heißen mag) auch in dem Pappbett schlafen wird, das ist zumindest fraglich. Fest steht aber eins: Neugeborene werden hierzulande geradezu königlich empfangen.

Montag, 22. Juli 2013

Hei aus Helsinki!

Seit rund eineinhalb Jahren lebe ich nun in Finnland. Kulturschock? Fehlanzeige! Die Finnen sind den Deutschen so ähnlich, dass man sich sofort fast wie zu Hause fühlen kann.
Aber eben auch nur fast. Ein paar kleine Unterschiede gibt es dann ja eben doch. Und was man auf den ersten Blick gar nicht feststellt, erscheint einem nach längerer Zeit hier dann doch als ganz gravierend anders.
Und von diesen Kleinig- und Großigkeiten handeln nun die Posts auf meinem kleinen Blog.

Viel Spaß damit!

Euer Ansgar